Sieben Wohnbeispiele
Wohnen im historischen Pfarrhaus
Volker und Bärbel sind ein Paar. Sie leben im Alten Pfarrhaus. Aus ihren beiden Einzelzimmern haben sie sich ein gemeinsames Schlafzimmer und ein gemütliches Wohnzimmer gemacht.
Man wohnt hier in historischer Atmosphäre mitten in der Stadt. Nebenan findet man die Alte Kapelle und das sogenannte Stammhaus, das älteste Haus der Rotenburger Werke. 1880 zogen hier die ersten fünf Mädchen mit Behinderung ein.
Heute sind die alten Häuser gut renoviert und bieten Raum zum Wohnen wie im Kreis einer großen Familie.
Villa Linda - ein "Ufo" für die Kinder
Ein nagelneues Haus, direkt an der Lindenstraße gelegen. Von weitem sieht das Gebäude wirklich ein wenig wie ein gelandetes Ufo aus. Hier wohnen Kinder und Jugendliche.
Von außen wirkt das Gebäude kühl und modern. Umso lebendiger geht es innen zu. Wenn die Kinder von der Lindenschule nach Hause kommen, ist richtig was los: Spielen, Toben, raus in den Garten an die frische Luft.
Dann haben die Mitarbeiterinnen alle Hände voll zu tun. Nina zum Beispiel, die mit zwei kleinen Baumeistern bunte Türme aus Holzklötzen errichtet. Und was passiert sonst noch? Ball spielen. Bilderbücher anschauen, mit den Stofftieren schmusen. Bald muss das Abendessen vorbereitet werden ...
Alle Kinder und Jugendlichen wohnen übrigens in schönen Einzelzimmern. Eigene Möbel, Barbie-Puppen auf dem Sofa, die Poster von Pop-Gruppen an den Wänden: Wohnen ist eben Geschmacksache.
Individuell im Apartment
Knapp zehn Kilometer von Rotenburg entfernt liegt die kleine Stadt Scheeßel. In einem ehemaligen Hotel haben wir dort schöne Apartments eingerichtet: sieben Zweizimmer- und eine Dreizimmer-Wohnung. Vor allem jüngere Menschen mit geringem Assistenzbedarf wohnen hier. Tanja und Dennis zum Beispiel, die erst kürzlich geheiratet haben. Sich individuell einrichten, ganz nach dem eigenen Geschmack, die Freizeit selbst aktiv gestalten, am Vereinslaben der Gemeinde teilnehmen: Das ist Wohnen in unserer Apartmentanlage in Scheeßel. Und dort, wo Hilfe nötig ist, wird sie von uns bereitgestellt. Ein Fachteam von pädagogisch und hauswirtschaftlich qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begleitet die Bewohnerinnen und Bewohnern täglich in ihrem Lebensalltag.
Das Walter-Lange-Haus
Hell, modern und überaus großzügig: Bei diesem Neubau am Kalandshof wurde speziell an Menschen mit höherem Pflegebedarf gedacht.
34 Einzelzimmer verteilen sich auf drei Wohngemeinschaften. Jedes Zimmer bietet individuellen Wohnkomfort und ist ebenerdig. Zwei Personen teilen sich ein gemeinsames Duschbad.
Die Gemeinschaftsräume sind offen und hell gestaltet. Auf den Fluren gibt es hier und da gemütliche Sitzecken. Die Innenhöfe vermitteln ein fast südländisches Gefühl. Viel Licht und warme Farben.
Die Männer und Frauen, die hier leben, fühlen sich ausgesprochen wohl und sind stolz auf dieses ansprechende Haus.
Monique hat es gut
Monique hat alle Stofftiere aus ihrem Zimmer verbannt. Schließlich ist sie achtzehn. Auf dem Regal liegen breite, schwarze Lederarmbänder mit silbernen Nieten. Aber Monique kann machen, was sie will: Sie ist einfach lieb.
Manchmal sitzt sie auf dem breiten Bett und klampft ein bisschen auf der Gitarre. Viel Platz hat sie hier: ein helles Einzelzimmer mit 21,3 Quadratmetern. Und das in einem einzelstehenden, großzügigen Stadthaus, das modern und sehr hübsch eingerichtet ist. Auch ein Internet-Terminal gehört dazu.
Zehn junge Leute wohnen hier, sieben Frauen und drei Männer, der älteste ist 27. Hannah und Hernrike teilen sich ein Doppelzimmer. Das muss unbedingt sein, weil sie so dicke Freundinnen sind.
Wenn alle zur Berufsbildung oder zur Arbeit gegangen sind, bleibt das Haus leer.
Ab 15 Uhr ist wieder eine Mitarbeiterin im Haus, um zu helfen, zu planen und zu organisieren. Am Wochenende ist den ganzen Tag und bis in den Abend hinein jemand da. Am Wochenende muss ja etwas unternommen werden. Gemeinsam kochen zum Beispiel. Oder Monique zuhören.
Ideal für Rollstuhl-Fahrer
Von außen sind sie eher unscheinbar: die beiden Wohngruppen im "Bezzelhaus": ein flaches Gebäude, das früher mal ein Lazarett beherbergte.
Erstaunlich ist aber, was den Besucher innen erwartet. Das ganze Raumkonzept ist auf Menschen mit Gehbehinderungen abgestimmt: barrierefreies Wohnen. Einige der Bewohner sind ganz auf den Rollstuhl angewiesen. Die meisten sind schwerst-mehrfach behindert. Der Bedarf an Pflege ist groß.
Die Männer und Frauen wohnen hier in Ein- und Zweibettzimmern. Dazu kommen Gemeinschaftsräume und ein großes Badezimmer mit Hub-Badewanne, begehbarer Dusche und Kosmetik-Ecke.
Wie leicht könnte in einer so pflegeintensiven Form des Wohnens eine kalte Klinik-Atmosphäre entstehen! Da ist es wichtig, dass das Personal den Blick auf die Individualität der Menschen nicht verliert. Und tatsächlich strahlt jedes Zimmer Persönlichkeit aus, und im gemeinsamen Wohnzimmer kann man sich so richtig zu Hause fühlen.
Katze Garten Nachbarschaft
Manche Häuser liegen mitten im Wohngebiet, am Therkornsberg zum Beispiel.
In zwei Wohngemeinschaften in modernen Gebäuden wohnen junge und jung gebliebene Männer und Frauen im Alter von zwanzig bis vierzig. Menschen mit einer leichten geistigen Behinderung.
Sieben Männer und zehn Frauen. Gibt es manchmal Stress mit den Nachbarn? Überhaupt nicht, denn man bemüht sich um gute Bekanntschaft. Am besten kommt man ins Gespräch, wenn hier, am Stadtrand, die Hunde Gassi geführt werden.
Annabel hat eine eigene Katze. Sie heißt "Tiger". Manchmal versteckt sie sich im großen Garten. Manchmal bleibt sie über Nacht weg.
Über Nacht kann man aber auch bleiben, wenn die Bewohner vom Therkornsberg am Wochenende Freunde einladen.
Hier wohnen alle in ihren eigenen Zimmern. Frühstück und Abendessen werden selbst gemacht. Beim Einkaufen gibt es ein wenig Hilfe, aber im Vordergrund steht die Selbständigkeit. Das Leben soll hier so normal wie nur möglich sein.








