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Erstmals die Namen genannt - bewegende Feier in der Kirche

Für jedes tote Kind entzündeten die Schülerinnen Kira Carstens und Lena Henke eine Kerze

 

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2016 hatten die Stadt Rotenburg und die Rotenburger Werke in die Kirche Zum Guten Hirten eingeladen. Etwa 200 Gäste waren der Einladung gefolgt. Jutta Wendland-Park, Vorstandsvorsitzende der Rotenburger Werke, begrüßte und sprach einleitende Worte. Dabei betonte sie, wie wichtig es sei, Formen der Erinnerung zu finden, die in der Lage sind, die Tragweite des damals geschehenen Unrechts vor Augen zu führen und aus dem Geschehenen für die Zukunft zu lernen. „Diese Erinnerung darf nicht enden“, ist ihre Überzeugung.

 

Dass eine Bearbeitung der Geschichte des Nationalismus in unserer Region auch heute noch neue Aspekte ans Licht bringt, zeigte der Beitrag eines Geschichtskurses des Beruflichen Gymnasiums der BBS Rotenburg. Begleitet von Lehrer Heinz Promann hatten die Schülerinnen und Schüler die Geschichte der „Ausländerkinder-Pflegestätte“ in Riekenbostel untersucht. Die bestürzende Tatsache, dass dort in den letzten Kriegsmonaten Kinder von polnischen und russischen Zwangsarbeiterinnen verwahrt wurden, war einigen Einheimischen bekannt. Dass aber 26 dieser Kinder meist schon während der ersten Lebensmonate durch Unterernährung, fehlende Hygiene und Vernachlässigung ums Leben kamen, ist erst im Laufe der Recherchen ans Tageslicht gekommen.

 

In einem bewegenden, feierlichen Akt wurden diese Namen, die Herkunft, Sterbealter und Todesursache einzeln verlesen. Für jedes tote Kind wurde eine Kerze auf einem langen Tisch im Altarraum entzündet. Für einen angemessenen musikalischen Rahmen sorgten Stephan Orth und Norbert Paßgang.

 

Auch Bürgermeister Andreas Weber dankte den Schülerinnen und Schülern für diese gewissenhafte und wichtige Arbeit. Er wies darüber hinaus auf all die anderen Opfer der Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft hin, derer man an diesem Tag hier in Rotenburg gedenke, die jüdischen Mitbürger, die Menschen mit Behinderung, aber auch die Opfer im Lager Sandbostel. In seiner Ansprache betonte der Bürgermeister die Wichtigkeit historischer Erinnerung ebenso wie die Courage in heutiger Zeit. Gerade im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Übergriff durch Rechtsradikale auf dem Campus Unterstedt gegen Flüchtlinge vor wenigen Tagen verdeutlichte er, dass es notwendig ist, „wachsam zu sein und Rückgrat zu zeigen“.

 

Im Anschluss an die Gedenkstunde in der Kirche Zum Guten Hirten wurde am benachbarten Mahnmal ein Kranz niedergelegt.


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Rotenburger Werke 2013Letzte Änderung: 20.10.2017

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