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Konsequente Geschichtsaufarbeitung

Foto: Dennis Bartz

Von links: Thorsten Tillner (Vorstand Finanzen Rotenburger Werke), Jutta Wendland-Park (Vorstandsvorsitzende Rotenburger Werke), Dr. Karsten Wilke, Sylvia Wagner

 

Mit einer Pressekonferenz am 24. September 2015 gaben die Rotenburger Werke den Weg einer weiteren Geschichtsaufarbeitung vor, blickten zunächst aber kurz zurück: Die Rotenburger Werke haben sich bereits an verschiedenen Stellen offensiv mit ihrer Vergangenheit auseinander gesetzt. Als Ergebnisse sind die Publikationen „Zuflucht unter dem Schatten deiner Flügel?“ (1992), das Buch „Geschichte und Geschichten aus den Rotenburger Werken“ (2011), sowie die Dokumentation der Fachtagung „Gewaltsysteme und Systemgewalten“ (2013) entstanden.

 

Nun werden die Rotenburger Werke die 50er bis 70er Jahre vertieft aufarbeiten lassen.

Die Wichtigkeit dieses Schrittes verdeutlicht der Fall eines ehemaligen Bewohners der damaligen Rotenburger Anstalten. Aufgrund von Indizien besteht der Verdacht auf Medikamentenmissbrauch in den 50er bis 70er Jahren.

 

Ab November 2015 wird ein dreiköpfiges Forschungsteam die Geschichte der Rotenburger Werke der Inneren Mission im Zeitraum zwischen 1945 und 1975 aufarbeiten. Das Ziel des Projekts besteht u. a. darin, Vorwürfen ehemaliger Heimkinder nachzugehen, die von zum Teil massiven Gewalterfahrungen berichten. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem auch der Verdacht geäußert, in den Rotenburger Werken seien systematisch Medikamentenversuche durchgeführt worden.

 

Das Forschungsteam, besteht aus Prof. Dr. Hans-Walter Schmuhl (Bielefeld), Dr. Ulrike Winkler (Trier) und Dr. Karsten Wilke (Bielefeld). Der Historiker Hans-Walter Schmuhl und die Politikwissenschaftlerin Ulrike Winkler sind ausgewiesene Fachleute im Bereich der Diakoniegeschichte und haben sich bereits mehrfach mit der Geschichte der Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland befasst. Der Historiker Karsten Wilke, der den Hauptteil der Arbeit übernehmen soll und unter anderem die Recherchetätigkeit in den Archiven der Rotenburger Werke leisten wird, ist von Haus aus Fachmann für Rechtsextremismus und Gewaltgeschichte.

 

Das Forschungsteam wird bei seiner Arbeit großen Wert darauf legen, die Kenntnisse, Erfahrungen und Perspektiven der ehemaligen Heimkinder aufzugreifen. Aus diesem Grund sollen auch Interviews geführt und in die Untersuchung einbezogen werden.

Nach dem vorläufigen Zeitplan ist mit einer Fertigstellung im Sommer 2017 zu rechnen.


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Rotenburger Werke 2013Letzte Änderung: 24.03.2017

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