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Wie künftig wohnen? Vier Antworten

"Wir wollen, dass es unserem Kind gut geht."

Die Eltern von Dennis wollen Sicherheit. Die Sicherheit, dass ihr Sohn an einem Ort leben kann, wo er sich wohl fühlt. Und wo zuverlässig für ihn gesorgt wird, denn der junge Mann ist schwer geistig behindert und braucht viel Assistenz, zum Beispiel bei der Körperpflege oder beim Anziehen.

 

Zurzeit lebt Dennis noch bei seinen Eltern und geht zur Schule. Nach der Schule befürworten die Eltern einen Schritt in einen neuen Lebensabschnitt, am besten in einer Wohngemeinschaft mit anderen jungen Männern und Frauen, wo er Freundschaften schließen kann. Eltern wollen, dass es ihrem Kind gut geht, und sollten sie sich für die Rotenburger Werke entscheiden, werden wir hoffentlich eng zusammenarbeiten.

 

Und was will Dennis selber? Das ist aufgrund der Schwere seiner Behinderung nicht leicht herauszufinden. Die Eltern und Mitarbeiter der möglichen Einrichtung müssen gut beobachten, wie Dennis auf eine neue Situation reagiert. Damit das Wohlfühlen zur Sicherheit wird.

 

 

"Mein Wunsch: Näher bei den Eltern wohnen."

Sarah Kehlert ist eine fröhliche Frau, die gern Musik hört. „Nicht unbedingt Heino", sagt sie. Da sie wegen ihrer Körperbehinderung im Rollstuhl sitzt, ist sie auf intensive Hilfe im Alltag angewiesen. Sarah möchte viel an der frischen Luft sein, aber dazu müsste ihr jemand den Rollstuhl schieben. Das ist nicht immer möglich in einem Haus mit zwölf Mitbewohnern, die ebenso viel Assistenz benötigen. Ihre Eltern wohnen im ca. 50 Kilometer entfernten Schneverdingen und besuchen Sarah fast jedes Wochenende.

 

In Schneverdingen wohnen? Ganz in der Nähe ihrer Eltern? „Das kann ich mir gut vorstellen", lacht die junge Frau. „Dann könnte ich meine Eltern öfter sehen".

 

Dezentrale Wohnangebote der Rotenburger Werke, das bedeutet: Auch Menschen mit schweren Behinderungen sollen die Möglichkeit bekommen, in der Nähe zu wohnen. In der Nähe von Verwandten und Freunden, in der Nähe all dessen, was ihnen wichtig ist.

 

 

Der Traum von mehr Unabhängikeit

Mit 63 will man keine großen Sprünge mehr machen. »An einem anderen Ort wohnen? Da hättet ihr mich mal fragen sollen, als ich 20 war.« Detlev Giese will in Rotenburg bleiben. Hier hat er Freunde und Bekannte, hier spielt er Gitarre in seiner Rock-Blues-Band. Von hier aus ist er schnell mal mit der Bahn in Bremen.

 

Aber eine eigene Wohnung ist sein Traum. Er hat sein Leben in den Rotenburger Werken verbracht, und früher, als sie noch die »Rotenburger Anstalten« hießen, gab es auch schlechte Zeiten. Darum jetzt der Traum von möglichst viel Unabhängigkeit.

»Es muss ja kein Neubau sein«, sagt Herr Giese, »aber die Heizung muss funktionieren. Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer, vielleicht ein kleiner Garten.« Das meiste würde er selbstständig schaffen. Kochen kann er auch: Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln. Oder Nudeln. Ein bisschen Hilfe wäre nötig, zum Beispiel beim Putzen.

 

Schön wäre es, wenn sein Traum bald in Erfüllung ginge.

Der körperlich behinderte Detlef Giese weist auf sein Alter hin. Ob er wohl so selbstständig wohnen kann? Er glaubt es schon.

Er möchte es wenigstens einmal versuchen.

 

 

Eine Frauen-WG und jede Menge Katzen

Chen Yi Strack hat nicht nur einen interessanten Namen, sie hat auch klare Vorstellungen, wie ihre Wunsch-Wohnung aussehen müsste. Allein wohnen wäre nichts für sie. Am liebsten wäre ihr eine Wohngemeinschaft, bitte nur Frauen, gerne in einem großen Haus mitten in der Stadt. Und Tiere? Katzen und nichts anderes, dafür dürften es aber gerne gleich ein paar mehr sein.

 

Chen Yi lebt seit acht Monaten in den Rotenburger Werken.

In einer gemischten WG hat sie ihr Einzelzimmer in einem neuen Wohnhaus. Zurzeit macht sie Praktikum in einer Cafeteria. Das ist alles schon ganz schön und gut. Aber Wünsche und Träume wollen formuliert werden, sonst werden sie nie wahr.

 

Und wie wäre es mit einem Ortswechsel? Nicht so gern, sagt die Achtzehnjährige deutlich. Sie kommt aus Cuxhaven, aber in Rotenburg will sie bleiben, es gefällt ihr hier. Sie liebt den ausgiebigen Bummel in der freundlichen, kleinen Stadt.

Rotenburger Werke 2013Letzte Änderung: 22.01.2018

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