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Einander vertrauen ist das A und O

Geschichtsbuch jetzt erschienen

Ins rechte Licht gesetzt

Unfassbar tolles Miteinander

Bauarbeiten kaum zu bremsen

Einander vertrauen ist das A und O

Was den Vater eines schwerbehinderten Sohnes bewegt

 

Michael Gradtke weiß, was für seinen Sohn gut ist. Der 22-jährige Jannik ist schwer geistig und mehrfach behindert, ist auf den Rollstuhl und intensive Pflege angewiesen. Jannik wohnt seit Juni in einer Einrichtung der Rotenburger Werke in Visselhövede. Michael Gradtke und Lebenspartnerin Christa Engelke besuchen Jannik in Abständen, manchmal auch unangemeldet.

 

„Auch dann sind die Mitarbeiter im Haus für uns da, nehmen sich Zeit“, weiß Michael Gradtke, der mit der Unterbringung des Sohnes sehr zufrieden ist. „Wir versuchen etwa alle zwei Wochen zu Besuch zu kommen“, sagt er, und die Lebensgefährtin Christa Engelke ergänzt: „Jannik strahlt und freut sich, wenn er uns sieht. Aber er ist nicht traurig, wenn wir wieder gehen. Er hat hier ein echtes Zuhause gefunden.“ Der Vater nickt zustimmend: „Tatsächlich ist es so, dass wir mit einem guten Gefühl im Auto sitzen, wenn wir nach Hause fahren. Da sind keine Zweifel oder Sorgen, und auf mein Bauchgefühl konnte ich mich schon immer verlassen.“

 

Herr Gradtke und Frau Engelke bringen es zusammen auf fünf Kinder, und sie wissen, dass ein behindertes Kind in der Familie auch für Turbulenzen sorgt. „Alle verdienen unsere Aufmerksamkeit“, sagt Gradtke, „aber seit Jannik ein Zuhause in den Rotenburger Werken gefunden hat, ist die Lage entspannter. Das ist gut für den Familienzusammenhalt.“

 

Jannik bekommt auch gelegentlich Besuch von seinen Geschwistern. Und auch die finden es gut, dass der Bruder in einer Einrichtung lebt, in der mehr als nur Pflege und Alltag angesagt sind.

 

„Wir sind mit Jannik sogar zum Deichbrand-Festival gefahren“, sagt Hendrik Wachowski, als Regionalleiter Chef im Haus der Rotenburger Werke in Visselhövede, „wir wissen, dass Jannik Musik liebt.“ Aber wie geht das? Mit solchen Handicaps zum Festival? „Es ist unser Job, das zu ermöglichen“, sagt Rüdiger Klingner, in der Einrichtung Koordinator für die Tagesförderstätte, „Teilhabe am Leben und der Gesellschaft soll ja mehr sein als ein hohler Begriff.“

 

Die Tagesförderstätte liegt dem Wohnhaus mit seinen 24 Plätzen gleich gegenüber. Michael Gradtke sieht in dieser Nähe einen großen Vorteil für den Sohn. „Man kann sich so auf Janniks individuelle Bedürfnisse einstellen. Und es ist gut, dass überall Ansprechpartner für ihn da sind, die ihm vertraut sind.“ Jannik scheint das bestätigen zu wollen, denn seine Augen wandern freundlich von den Angehörigen zu den Mitarbeitern. „Und noch etwas“, fügt der Vater hinzu: „Ich habe hier erlebt, dass man bei meinem Sohn Möglichkeiten sieht. Entwicklungspotenzial.“ Und Frau Engelke fügt hinzu: „Man gibt sich hier wirklich Mühe und entwickelt Ideen. Auch das gibt ein gutes Gefühl.“

 

Das ist ein Lob, das den Leiter des Hauses, Hendrik Wachowski wirklich freut. Aber er gibt die Anerkennung auch zurück: „Für uns ist die ehrliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Angehörigen sehr wichtig. Ihre Erfahrung und unsere Kenntnisse ergänzen sich. Und wir brauchen auch Kritik, wenn sie nötig ist. Dann finden wir gemeinsam den besten Weg für Jannik.“

Der Vater nickt: „Wenn die Zusammenarbeit auf Augenhöhe stimmt, kann man auch mal guten Gewissens in Urlaub fahren. Oder auch mal unangemeldet in der Tür stehen. Vertrauen ist das A und O.“


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Rotenburger Werke 2013Letzte Änderung: 18.11.2018

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