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Rückblick

Geschichtsbuch jetzt erschienen

Ins rechte Licht gesetzt

Unfassbar tolles Miteinander

Bauarbeiten kaum zu bremsen

3.850 Jahre für die Rotenburger Werke

Geschichtsbuch jetzt erschienen

 

Vor dem Grünen Tor: Aufstellung für Presse und Medien anlässlich der Buchvorstellung. Von links die Geschäftsführung (Thorsten Tillner und Jutta Wendland-Park) und drei der Autoren (siehe Bildleiste unten). Dr. Ulrike Winkler konnte krankheitsbedingt nicht am Termin teilnehmen.

Das Geschichtsbuch kann für 24 € an der Telefonzentrale Lindenstraße und im Buchhandel erworben werden.

 

Was Jutta Wendland-Park und Thorsten Tillner zusammen mit drei Wissenschaftlern in einer gut besuchten Pressekonferenz präsentierten, waren schlimme Wahrheiten: In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1970er Jahre hinein wurde in den damaligen Rotenburger Anstalten ein breites Spektrum von Gewalt an Bewohnerinnen und Bewohnern ausgeübt. Dazu gehörten nicht nur körperliche Züchtigungen, Ruhigstellungen und Demütigungen, sondern auch der Einsatz von Psychopharmaka und in einigen Fällen sogar Hirnoperationen. Die Medikamententests geschahen ohne die Einwilligung der Betroffenen, der Eltern oder der gesetzlichen Betreuer.

 

Die Fakten hatte das Forscherteam um Prof. Dr. Hans-Walter Schmuhl in den vergangenen zwei Jahren zusammengetragen und dokumentiert. »Hinter dem Grünen Tor. Die Rotenburger Anstalten der Inneren Mission, 1945 – 1975« heißt der Band. Besondere Aufmerksamkeit findet darin die Arbeit der Pharmakologin Sylvia Wagner, weil sie erstmals das Thema der Medikamentenvergabe in einer Einrichtung der Behindertenhilfe untersuchen konnte. »Es ist ein absoluter Glücksfall und von unschätzbarem Wert, dass die Rotenburger Werke so offen sind. Sie gehen voran. Und ich hoffe, dass andere Einrichtungen folgen werden«, sagte Wagner während der Pressekonferenz.

 

»Die Schuld wiegt schwer und lastet auf vielen Schultern«, betonte Wendland-Park vor den Journalisten. Aber sie wies auch darauf hin, dass es die andere Seite gab. »Es hat zu allen Zeiten Mitarbeitende gegeben, die sich über die Maße für Menschen mit Behinderungen engagiert haben. Es soll kein Generalverdacht entstehen.«

 

Die Pastorin hält die schonungslose Aufarbeitung der Vergangenheit für den einzig richtigen Weg. »Wir geben damit den Menschen eine Stimme, die Gewalt erfahren haben.« Ebenfalls entscheidend ist für sie, dass in dem Band die Entstehung von Gewalt in Einrichtungen der Behindertenhilfe wissenschaftlich analysiert wird. »Das hilft uns, die Gegenwart zu gestalten, damit das nicht wieder geschieht.«

 

Die Veröffentlichung kann jetzt auch als Grundlage für Anträge bei der Stiftung »Anerkennung und Hilfe« dienen. Etwa 500 Bewohner/innen der Werke waren auch im relevanten Zeitraum in den damaligen Anstalten und können Anträge stellen. Dazu mehr:

 

Stiftung Anerkennung und Hilfe

www.stiftung-anerkennung-und-hilfe.de

Info-Telefon:  0800-2212218

Anträge können direkt dort gestellt werden.

Bei uns im Haus hilft das Beratungszentrum an der Goethestraße weiter: Tel. 4143333


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Rotenburger Werke 2013Letzte Änderung: 24.06.2018

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