„Wir sind die Ersten in Niedersachsen“, sagt Friedhelm Sager, Geschäftsfeldleiter Wohnen, „die es ausprobieren wollen.“ Tatsächlich ist es ein Novum für Einrichtungen der Eingliederungshilfe, die 4-Tage-Woche im Schichtdienst einführen zu wollen. Björn Myrdal, Personalentwickler, erklärt es genauer: „Es ist das Pilotprojekt `Pflege neu gedacht: Vier Tage für mehr Balance´, mit dem im Haus Göttingen neue Arbeitszeitmodelle erprobt werden sollen. Es wird gefördert mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds aus dem Förderprogramm `rückenwind³´. Es funktioniert rein rechnerisch nur in großen Teams“, so Myrdal. Kollegin Kathrin Söhmisch rechnet das System in Dienstplänen durch. „Es kommen nur Wohngemeinschaften in Frage, die über ungefähr 20 Stellen verfügen. Es ist ein freiwilliges Angebot, wer Interesse hat, erklärt sich bereit , über den Zeitraum von zunächst einem Jahr, mitzumachen. Wir suchen noch Freiwillige, die sich beteiligen möchten.“ Mit den Kolleg*innen im Haus ist bereits gesprochen worden, die Resonanz ist groß. Myrdal: „Immerhin bietet die 4-Tage-Woche drei zusammenhängende freie Tage. Das ist schon sehr attraktiv. Wirklich paktikabel ist es vor allem für Kräfte bis ca 90%, denn insgesamt müssen die Kolleg*innen nach wie vor auf ihre Stundenzahl kommen.“ Friedhelm Sager ergänzt: „Wichtig für uns ist, vor Beginn des Projekts, alle Beteiligten im Rahmen einer Arbeitssituationsanalyse nach ihrer Arbeitszufriedenheit zu befragen. Nach Ablauf des Projekts wollen wir diese Frage erneut stellen. Entscheidend dabei ist, dass sich die Mitarbeitenden dann positiver äußern.“ Und Sager wird noch einmal deutlich: „Wir möchten diese 4-Tage-Woche ausprobieren, um unsere Arbeit für die Zukunft attraktiver zu machen und neue Kolleg*innen für die Arbeit im Haus Göttingen zu begeistern. Wenn das Modell funktioniert, werden wir auch den Mut haben, es in anderen Teams umsetzen.“